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Wir bauen ein Haus – das ist doch alles ein schlechter Witz… ich kann eigentlich nur noch lachen. Denn wenn ich das nicht tun würde, dann würde ich weinen und das habe ich wegen diesem Thema schon mehr als genug… Wo soll ich anfangen und wie viel Zeit habt Ihr? Denn ich glaube dieser Beitrag wird etwas länger.

Worum es eigentlich geht? Um Pfusch am Bau, bzw. die Sanierung des Sockelputzes. Aber am besten schaut Ihr mal in diesen BEITRAG rein, denn da habe ich die ganze Story aufgeschrieben. Dieser Post ist quasi die Fortsetzung. Lest also zuerst den ersten Post und dann diesen hier. So versteht Ihr dann auch die Zusammenhänge besser. Alle Häuslebauer werden mit mir fühlen und genau wissen, wie sich das Ganze anfühlt. Hurra – Wir bauen ein Haus!

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Das ist doch alles ein schlechter Witz…

Das letzte Mal hatte ich ja erzählt, dass der „Italiener“ Urlaub gemacht hat und der „nette Verputzer“ die Sache richten wollte. (Ich betitele die Firmen, Herren oder wie auch immer mit diesen Pseudonymen, damit man nicht durcheinander kommt. Das hat nichts mit Rassismus oder dergleichen zu tun. Ich liebe Italien und habe keine Vorurteile gegenüber Menschen, die aus anderen Ländern kommen.)

Zwischenzeitlich ist sehr viel passiert und ich hatte auch noch Kontakt mit einer dritten Firma (die damals auch den Rohbau mitgemacht hatte). Aber ich fange jetzt am besten mal von vorne an. Der nette Verputzer hat also ein Angebot gemacht, genauso wie die dritte Firma. Nach kurzer Überlegung, war dann klar: Der nette Verputzer soll es machen, denn zu ihm hatte ich schon Vertrauen aufgebaut und er war sehr engagiert und hat viel erklärt und angeleitet.

Also haben wir das komplette Pflaster herausgeholt, Splitt und Schotter ausgegraben (Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was das für eine Arbeit war! Man muss vor und nach dem Pflastern alles mit der Rüttelplatte verdichten und die Schichten sind dann pickelhart!), mit dem Winkelschleifer einen Schnitt in den Sockel gemacht und alle Schichten bis auf den Ziegel herunter geklopft, bzw. mit der Hilti und einem Meißel gearbeitet.

Staub, Dreck und jede Menge Schweiß. Anders kann man es nicht beschreiben. Als wir diese Schritte fertig hatten, kam der nette Verputzer wieder vorbei und sah sich zusammen mit der dritten Firma alles an. Es wurde besprochen, telefoniert und dann.

Ja und dann ist gar nichts mehr passiert. Keine Reaktion auf Anrufe, E-Mails, Nachrichten oder sonstige Kontaktversuche. Ich habe es ein paar Wochen probiert und den netten Verputzer doch irgendwann am Telefon gehabt (wahrscheinlich ist er aus Versehen hingegangen). Ich habe dann gefragt, warum er sich denn nicht mehr meldet und wie es nun weiter geht, was die nächsten Schritte sind und wir doch zügig weiter kommen wollten. Das Wetter war ja auch gut und eigentlich fehlte nur noch er. Seine Antwort war dann, dass er ja eigentlich gar nicht solche Sachen macht und er der falsche Mann dafür ist.

Mir fiel fast das Telefon aus der Hand. Ich brachte nur ein „Ist das dein Ernst?!“ heraus. Ich hatte den netten Verputzer extra ganz am Anfang gefragt, ob er das wirklich machen kann und wenn nicht, er es bitte gleich sagen soll, damit ich nicht noch mehr Zeit verschwende. Er sagte mir zu und schrieb auch ein Angebot mit allen Posten und Arbeitsschritten.

„Hallo, ist da noch jemand?“

Seine Antwort war darauf: „Ja, ist halt jetzt so.“ Ich fragte dann noch einiges, aber so wie es sich anhörte, hatte er das Handy weg gelegt und unterhielt sich mit jemand anderem. Es wurde gelacht und geredet und ich versuchte mit andauernden: „Hallo, ist da noch jemand?“ auf mich aufmerksam zu machen. Nach fünf Minuten versuchte ich nochmal anzurufen, allerdings ging dann keiner mehr hin. Auch meine Nachrichten blieben unbeantwortet und bis zum heutigen Tage habe ich nichts mehr von dem „netten Verputzer“ gehört.

Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass der nette Verputzer und die dritte Firma irgendetwas besprochen hatten und schon beim Rohbau irgendetwas schief gelaufen ist, bzw. der Italiener zu viel verpfuscht hat und sie sich den Stress einfach nicht geben wollten. Ich hätte es „nett“ gefunden, wenn darüber einfach mal gesprochen worden wäre, aber naja.

Jetzt stand ich also da und die Baustelle sah so aus. Ich hatte einen Burggraben am Haus und der Sockel lag bis auf den Ziegel frei. Das Problem mit der Feuchtigkeit war immer noch nicht gefunden und keiner wollte oder konnte mir helfen. Die Abdichtung der Türen und Steckdosen haben wir selbst gemacht, aber weiter wollten wir dann nicht machen, da wir einfach keine Erfahrung in dem Bereich haben und es ja dieses Mal „RICHTIG“ gemacht werden soll!

Ich fragte also im Freundeskreis herum und nach einiger Zeit, meldete sich ein Kumpel, dessen Bruder früher mal als Verputzer gearbeitet hatte. Er meinte, er würde mir das machen. Ich müsse nur das Material besorgen, um den Rest kümmert sich er. Also machten wir etwas aus, er sah sich alles an und legte ein paar Tage darauf los. Er erklärte mir auch, was er machen wollte und es hörte sich so an, wie von den anderen Herren, die zuvor da waren.

Wieder verarscht und einen Burggraben am Haus

Ausgemacht waren zwei bis drei Tage. Nach dem ersten Tag wollte er schon den kompletten Betrag der Rechnung haben. Es erschien mir etwas hoch und ich bezahlte ihm nur einen Teil, da ja auch erst ein Teil der Arbeit gemacht wurde. Wir vereinbarten den nächsten Termin, allerdings kam dann etwas dazwischen und wir mussten die Arbeit verschieben. Nach ein paar Tagen meldete ich mich wieder bei dem Kumpel und fragte, wann es weiter geht. Daraufhin bekam ich einen riesen langen Text, in dem er mir schrieb, dass er noch einen Bekannten von sich mitbringen würde und sich der Betrag natürlich erhöht, ich ja aber will, dass alles gut und richtig gemacht wird. Was er mir dann für einen Betrag nannte, ließ mir die Kinnlade auf den Tisch schlagen.

Ich war einfach nur baff. Ich sagte ihm, dass wir doch etwas ganz anderes vereinbart hätten und warum er einen zweiten Mann bräuchte und ich auch einen Helfer von mir zur Verfügung stellen kann. Er beharrte auf seinen Forderungen und so sagte ich ihm, dass es das dann war. Danke für NICHTS!

Die Wut in meinem Bauch ließ mir die Tränen in die Augen schießen. Ich konnte es nicht glauben, dass ich von einem vierten „Verputzer“ verarscht wurde! Und das obwohl ich wirklich ein sehr misstrauischer Mensch bin und in dieser Sache jetzt sowieso unglaublich sensibilisiert. Ich habe auch dem Kumpel gesagt, was er da für einen tollen Freund hat.

Ich fühle mich wie in einer dieser „Pfusch am Bau“ Dokus…

Kennt Ihr diese Momente, wo man einfach nur laut schreien will? Ja, das war so ein Moment! Man weiß nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll und am Schluss hab ich geschrien, weil ich sonst wohl etwas kaputt gemacht hätte. Ich dachte mir nur „Das ist doch alles ein schlechter Witz!“ Wo ist die versteckte Kamera? Will mich jemand auf die Probe stellen? WAS SOLL DAS ALLES? Warum gibt es keine normalen Menschen mehr, die zu Ihrem Wort stehen und einen nicht verarschen?

So, eine Putzschicht war also aufgetragen. Ich hatte jetzt also einen Burggraben am Haus und an den Ziegeln eine Schicht Putz. Hurra! Die ganze Sache zieht sich jetzt schon knapp zwei Jahre und ich weiß so langsam nicht mehr weiter. Es ist so kräfteraubend und zermürbend. Ich glaube keinem Handwerker mehr was, denn ich habe immer das Gefühl, dass ich nur noch verarscht werde und alle nur Geld machen wollen. Ich weiß, es ist traurig, aber mittlerweile bin ich ein gebranntes Kind, denn ich bin einfach zu oft enttäuscht worden.

Happy End?

Um jetzt aber noch etwas Positives mit in den Beitrag zu bekommen. Ein Freund hat mir einen Tipp gegeben und ich habe mich mal mit (ach, wie nennen wir denn jetzt die Nummer fünf?) dem „neuen Verputzer“ (na, wissen alle noch, wer wer ist?) kurzgeschlossen. Davon erzähle ich Euch aber nächstes Mal mehr, sonst sprengt es den Rahmen.

Ach und übrigens, wenn Ihr Euch fragt, was mit dem Italiener ist? Bis heute kein Lebenszeichen. Wahrscheinlich ist er immer noch im Urlaub oder gar schon ausgewandert… Genau so verhält es sich übrigens auch mit dem „Netten“ „Firma 3“ und dem „vierten Verputzer“.

Fortsetzung folgt…

Kommentare:

  • Anonymous

    25. August 2019

    Liebe Anni,
    Oh mein Gott. Gruselig. Bei uns soll es im September mit der Reparatur des Sockels begonnen werden.
    Ich habe richtig Angst davor.
    Hoffentlich bekommst du endlich vernünftige Handwerker 🍀🍀🍀
    Alles Gute und ich drücke beide Daumen

    Monika

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