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Ein Jahr ohne dich… es fühlt sich einfach so leer an. Kein Tapsen auf dem Boden, kein Schnarchen aus deinem Körbchen, kein Bellen wenn es an der Tür klingelt oder dein Jaulen mittags um 12 Uhr, wenn die Kirchenglocke läutet. Das Haus und der Garten sind leer. Auch mein Herz ist leer, weil ich dich so sehr vermisse. Mein Herz sticht immer noch jedes Mal, wenn ich an dich denke und das jeden Tag.

Mir stehen jetzt schon wieder Tränen in den Augen, weil es mich so sehr aufwühlt und ich es immer noch nicht so wirklich begreifen kann, dass du wirklich nicht mehr bei mir bist. Irgendwie wird es jeden Tag leichter, aber irgendwie auch nicht. Ich kann dieses Gefühl nicht in Worte fassen und es verstehen wohl nur die Menschen, die auch schon mal ein geliebtes Lebewesen verloren haben.

Max ist jetzt ein Jahr nicht mehr hier bei mir. Am 9. Juni 2018 ist er in meinen Armen eingeschlafen und ich hab das Bild noch ganz genau im Kopf, als er seinen letzten Atemzug getan hat. Dieser ganze Tag ist so nah bei mir… und ich wusste schon die ganze Zeit, dass er das Wochenende wohl nicht mehr überstehen würde… Aber gehofft haben wir alle trotzdem…

Ein Jahr ohne dich…

Ein Jahr ohne dich... Max Wuschelhund Tibet Terrier
Ein Jahr ohne dich... Max Wuschelhund Tibet Terrier

Ich dachte, nein wir alle dachten, dass er sich nochmal richtig gut erholt hätte, denn nach der Notoperation hat er sich relativ schnell wieder zurück gekämpft. Er war fast wieder der Alte und hat so lange durchgehalten, man hat es ihm wirklich so sehr angemerkt, dass er noch nicht gehen wollte und alle Energiereserven mobilisiert hat. Und man selbst kann nur zusehen und nichts tun. Man fühlt sich so hilflos und ich habe mir auch große Vorwürfe gemacht, warum ich die ganzen Anzeichen nicht früher erkannt habe, aber die Ärztin sagte zu mir, dass wir keine Chance gehabt haben, genauso wie Max. Er hat es einfach zu gut überspielt und erst als es gar nicht mehr ging, uns gezeigt, wie schlecht es ihm wirklich geht.

Ja und ab diesem Zeitpunkt war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, auch wenn wir krampfhaft versucht haben an ein Wunder zu glauben. Wie sagt man so schön: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ und dieser Satz ist einfach wahr. Um ehrlich zu sein habe ich das auch alles beiseitegeschoben und versucht jeden Tag positiv zu sein und all das mit Max zu machen, was ihm gut tat. Aber es reißt einem das Herz heraus, wenn man weiß, dass man seinen besten Freund gehen lassen muss.

In der ersten Zeit nach seinem Tod, konnte ich keine Bilder oder Videos von ihm ansehen, weil ich dann sofort einen Heulkrampf bekommen habe. Ich konnte es auch nicht ertragen, wenn jemand mit mir über Max sprechen wollte. Das war einfach alles noch viel zu frisch und schmerzhaft. Jetzt ist es zwar auch noch schmerzhaft, aber ich versuche trotzdem bei schönen Erinnerungen und Momenten, die mich an ihn erinnern, über Max zu sprechen. Und ich habe auch Bilder von ihm aufgestellt und muss jedes Mal lächeln, wenn mir eine Situation in den Sinn kommt, die ich mit ihm verbinde.

Ich weiß, dass es ihm im jetzt Himmel viel besser geht und er nicht mehr leiden muss oder Schmerzen hat. Trotzdem vermisse ich ihn sehr und ich würde alles dafür geben, ihn wieder bei mir zu haben. Viele werden es nicht verstehen können, wie sehr man ein Tier lieben kann, aber er war acht Jahre jeden Tag bei mir und wie mein Kind. Ein vollwertiges Familienmitglied, welches immer und überall dabei war. Und ich hätte mir gewünscht, dass Max noch viele Jahre hier gewesen wäre und mir Kraft, Trost und Liebe geschenkt hätte.

Mit nur einem Schwanzwedel, einem Blick oder einem Stupser von ihm hat er so viel bewirkt. Ein Tier liebt ohne Kompromisse und bedingungslos. Und wenn ich daran denke, wie er in seinem Körbchen gelegen und friedlich geschlafen hat oder immer neben mir in der Küche stand und hoffte, dass etwas für ihn abfällt. Dann macht mich das glücklich. Denn ich glaube, ich kann sagen, er hatte ein wundervolles Leben hier bei uns. Wir haben ihn genauso sehr geliebt, wie er uns.

Heute an seinem Todestag habe ich seine Asche unter dem Apfelbaum im Garten beerdigt. In diese grüne Pappbox konnte ich seit seiner Einäscherung nicht hineinsehen. Und ich konnte die Asche auch nicht herausholen und in die Dose packen, die ich in die Erde eingegraben habe. Es war einfach zu schwer. Aber ich habe ein paar Blümchen gepflanzt und ein Bild von ihm aufgestellt. Sodass jedes Mal, wenn man an dem Baum vorbei geht, direkt an ihn denkt und an die schöne Zeit, die wir gemeinsam hatten. Ich möchte vielleicht auch noch ein kleines Schild mit seinem Namen dazu stecken, mal sehen, wie ich das mache.

Ein Jahr ohne dich... Max Wuschelhund Tibet Terrier
Ein Jahr ohne dich... Max Wuschelhund Tibet Terrier

Auf jeden Fall versuche ich heute besonders viel an ihn zu denken, Videos und Bilder anzuschauen und mich mit meiner Familie an die schönen und lustigen Momente zurück zu erinnern. Genauso, wie wir es an seinem Geburtstag gemacht haben.

Ob ich jemals wieder einen neuen Hund an meiner Seite möchte? Das fragen mich viele von Euch und auch mein Umfeld ganz oft. Meine Antwort ist immer dieselbe: „Vielleicht irgendwann, im Moment aber nicht.“ Ich weiß, dass ich diesem kleinen Wesen nicht im Ansatz gerecht werden könnte. Und ich weiß auch, dass es gerade einfach überhaupt nicht passt. Zwar gibt es Momente, wo ich mir wünschte, dass ein kleiner Wuschel bei mir wäre, aber im nächsten Gedanken überlege ich, ob ich ihm genau die Liebe schenken könnte, die er verdient hat.

Vielleicht bin ich auch nur zu streng mit mir und ich sollte einfach ins kalte Wasser springen. Ich weiß nicht was die Zukunft bringt und vielleicht möchte ich doch schneller als gedacht wieder einen neuen vierbeinigen Begleiter. Aber gerade ist es keine Option.

Ich hoffe, Max geht es dort, wo er jetzt ist gut. Manchmal habe ich das Gefühl, er schaut auf mich runter und begleitet mich immer noch auf Schritt und Tritt. Da höre ich ein Tapsen oder sein Jaulen zum 12 Uhr Leuten. Ich weiß ja, dass er es nicht ist, aber es zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen und ich weiß, dass er gerade auch an mich denkt…

Ein Jahr ohne dich... Max Wuschelhund Tibet Terrier

Kommentare:

  • Laura

    9. Juni 2019

    Fühl dich gedrückt !! Er wird von oben auch zu dir schauen <3

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    • Anonymous

      11. Juni 2019

      Ich kann dich so gut verstehen!! Unser kleiner Schatz hatte auch Krebs und ist letztes Jahr im Mai gestorben. Ich wünschte ich hätte irgendwas tun können um ihn zu helfen. Ich vermisse ihn jeden Tag unendlich!!!!

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  • Meli H

    9. Juni 2019

    Ich kann das so sehr nachvollziehen. Mein Kater ist vor 3 1/2 Jahren gestorben, nachdem er 14 Jahre an meiner Seite war. Ich konnte nicht dabei sein, als er Starb und dennoch habe ich es gefühlt. Ich wusste das er sterben wird als er mich früh morgens ansah. Es hat mir das Herz gebrochen als ich arbeiten gefahren bin und mittags als ich kurz auf Toilette gegangen bin, habe ich geweint weil ich wusste das er nun gestorben ist. Ich vermisse ihn immer noch jeden Tag und habe nach knapp 1 1/2 Jahren einen neuen kleinen Babykater mein Herz geöffnet. Es war nicht leicht, aber der kleine hat mein Herz von Anfang an erobert. Natürlich ist das eine andere Liebe, aber ich könnte nun auch nicht mehr ohne ihn.

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  • Sonja

    10. Juni 2019

    Liebe Ann-Christin,
    deine Worte rühren mich zu Tränen. Ich lese deinen Text während mein vierbeiniger Engel neben mir liegt und schläft. Es zerreißt mir das Herz, wenn ich daran denke wie schmerzlich es für dich war und ist.
    Ich wünsche dir alles Gutes!

    Sonja und Mimi (Malteser)

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  • Bj

    11. Juni 2019

    Ich kann dich so gut verstehen! Unser kleiner Schatz hatte auch Krebs und ist letztes Jahr im Mai gestorben. Ich vermisse ihn jeden Tag so sehr!!!!!! Ich wünschte ich hätte irgendwas tun können!!

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  • Sonni

    12. Juni 2019

    Liebe Anni,
    das sind wirklich bewegende Zeilen, die wohl jeder Tierhalter nachvollziehen kann. So ein besonderes Tier hat auch immer einen besonderen Platz im Herzen. Bei mir ist es eine besondere Katze an die sich die ganze Familie auch Jahre nach ihrem Tod immer noch erinnert und es kommt so häufig vor dass wir besondere „Weißt Du noch“- Geschichten die wir mit ihr erlebt haben, austauschen. Ich hatte nach ihr auch andere Tiere bzw. habe sie noch. Und auch diese Tiere machen mir Freude und haben ihre eigenen Geschichten. Wer weiß, vielleicht erobert ein anderer Hund irgendwann auf seine Art Dein Herz. Vielleicht nicht. Aber das Glück, ein solches besonderes Tier auf seinem Lebensweg begleitet zu haben kann Dir niemand mehr nehmen.

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  • 12. Juni 2019

    Hey Anni,

    puh…ich kann das so sehr nachempfinden……bei deinen Worten kann ich direkt wieder losheulen…..meine Hündin ist vor 6 Monaten verstorben und mir geht es sehr ähnlich. Offen gestanden habe ich auch noch etwas Angst vor ihrem ersten Todestag, der wiederrum nur 5 Tage vor ihrem Geburtstag liegt.

    Ich wette, ein anderer Hund hätte es bei euch auch ziemlich gut …vielleicht irgendwann zu seiner Zeit.

    Alles Gute
    Jasmina <3

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  • 13. Juni 2019

    Liebe Anni,
    ich kann es Dir nachfühlen. Wir haben unsere Frieda ( Tricolorkatze) aus der Katzennotfallhilfe vor ca 1 1/2 Jahren geholt. Frieda ( den Namen haben wir Ihr gegeben) wurde ausgesetzt und durch Zufall von der Katzennotzfallhilfe gefunden. Frieda hat durch den Streß den ausgesetzt seins, immer mit Ihrem PH -Wert Probleme und muss immer Spezialfutter und hömopatische Tabletten Ihr leben lang nehmen. Aber Sie hat sich so gut eingelebt und hat uns ( meinen Mann und mich gut im Griff) , lt Tierärztin. 🙂 Aber es ist schön zu sehen, wie sie sich in diesen 1 1/2 entwickelt hat und vor vielen Sachen wo Frieda angst hatte, immer frecher geworden ist.
    Als Frieda letztes Jahr 3 Tage in die Tierklinik musste, habe ich rotz und Wasser geheult. Ich verstehe Dich absolut und mir kommen auch die Tränen, wenn ich so Max sein Bild sehe. Das erinnert mich an Ivo, das war er erste Schäferhund meines Vaters und so lieb. Eine treue liebe Seele. Leider hatte Ivo Krebs und er hatte es auch zu spät gezeigt. Da haben mein Papa und ich damals rotz und Wasser geheult, als Ivo starb.
    Ich drücke DICH.
    Liebe Grüße
    elke von elke.works

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