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11 Jahre Fashion Kitchen. Wow, ich bin ganz sprachlos irgendwie. Wenn mir das Anfangs jemand erzählt hätte, dass ich ein „Hobby“ eines Tages, so lange betreibe und sogar zu meinem Beruf mache. Dann wäre ich wohl in lautes Lachen ausgebrochen und hätte gefragt, was er genommen hat. Nein, ich hätte mir das alles wirklich niemals vorstellen können. Aber 11 Jahre später bin ich nun schon im 5. Jahr meiner Selbstständigkeit. Und was soll ich sagen, ich habe es noch keinen einzigen Tag bereut. Wirklich nicht einen.

Es gibt immer mal solche und solche Tage. Aber bei welcher Arbeit ist das nicht so? Ich liebe was ich tue und werde es so lange machen, bis es mir keinen Spaß mehr macht! Bisher ist aber kein Ende in Sicht und ich habe noch so viel vor!

Ein Drittel meines Lebens gibt es nun also schon meinen Blog „Fashion Kitchen“. Ich bin jetzt 33 Jahre alt und der Blog wird heute 11 Jahre alt. Quasi ein Schnapszahl-Geburtstag, hihihi! Und das ist schon eine wirklich lange Zeit. Es ist einfach unwirklich.

Unwirklich weil ich niemals damit gerechnet hätte, mir mal „soetwas“ aufzubauen. Einfach aus dem absoluten NICHTS! Eigentlich wollte ich mich damals nur etwas ablenken, weil mein Leben ein einziges Chaos war und ich nicht so wirklich wusste, wo der Weg hingeht. Da ich schon immer Tagebuch geschrieben habe, fand ich die Idee mit dem Blog und alles ein bisschen zu dokumentieren, eigentlich eine schöne Idee. Aber von vorne.

Wie ich also zum Bloggen gekommen bin und warum ich selbst einen Blog gestartet habe? Ich war mit einer Freundin shoppen und hatte mir eine Boyfriendjeans gekauft. Wie ich die Hose kombinieren sollte, wusste ich aber nicht so genau, deswegen habe ich bei Google nach Inspiration gesucht. Und das erste worauf ich gestoßen bin war ein Blog, um genau zu sein der Blog von den Zwillingen Nisi und Desi von „Teetharejade“. Ich war absolut fasziniert und habe mich, tagelang, durch alle Beiträge gelesen.

Es war wie eine kleine Sucht, ich fast täglich auf dem Blog vorbei geschaut und mit der Zeit immer mehr Blogs entdeckt. Irgendwann habe ich einer Freundin davon erzählt und die meinte zu mir, dass ich doch auch einen Blog starten sollte. Zuerst habe ich verneint. Aber irgendwie hat mich dieser Gedanke nicht mehr losgelassen und ich irgendwann hab ichs dann einfach gemacht.

Ich habe mich entschlossen einen Blog zu gründen oder eher gesagt ein Tagebuch, was es in dem Sinne früher noch war. Die erste Hürde kam aber schon beim Namen. Der Blog brauchte einen Namen. Nach ewiger Überlegung habe ich dann die Buchstaben in das Feld getippt – Blog Name: FASHION KITCHEN. Ja, so sollte der Blog heißen. Ich liebe Mode und ich koche und backe gerne. Der Name FASHION KITCHEN ist also wie für mich gemacht!

11 Jahre Fashion Kitchen

11 Jahre Fashion Kitchen
11 Jahre Fashion Kitchen

Mein Outfit findet Ihr hier.

Da ich wirklich absolut keine Ahnung hatte, wie die ganze Technik funktionierte, habe ich mir wochenlang Tutorials auf YouTube und auf verschiedenen Blogs (ja früher gab es extra Blogs, die einem gezeigt haben, wie man dies und das programmiert) angeschaut und langsam ran getastet.

Wenn ich soetwas schon mache, dann will ich auch, dass das alles Hand und Fuß hat! Mein Anspruch und Ehrgeiz sind groß und ich lebe schon immer nach dem Motto „Ganz oder gar nicht!“.

Ich würde sagen, ich war mit eine von den ersten Bloggergirls in Deutschland. Nach und nach nahm der Blog Gestalt an und die ersten Leser kamen auf meine Seite. Es wurden Kommentare geschrieben und irgendwann kamen dann auch die ersten Kooperationen.

Damals und heute kann man eigentlich nicht mehr vergleichen. Es hat sich so viel verändert. Der Blog, ich, die Branche. Einfach alles. Aber trotzdem macht es mir jeden Tag noch Freude. Mit der Zeit wurde ich immer anspruchsvoller. Ich wollte eine bessere Kamera, einen eigene Emailadresse, auch der Blog selbst ist auf seine eigene Plattform umgezogen, ich bin von Blogger zu WordPress gewechselt, die Bilder sind professioneller geworden, und, und, und.

Ich arbeite jeden Tag an mir und versuche dazuzulernen und es besser zu machen. Alles was ich mir aufgebaut habe, kam nicht einfach so. Ich musste hart dafür arbeiten und auch viele Opfer bringen und Kompromisse eingehen. Im Grunde habe ich die letzten 11 Jahre immer gearbeitet und meine ganze (Frei)Zeit in den Blog gesteckt. Vor einigen Jahren, noch neben meinem Hauptberuf als Industriekauffrau, den ich ganze 13 Jahre ausgeübt habe. Aber wenn man etwas liebt, fühlt es sich nicht wie Arbeit an, sondern man macht es ja gerne. Trotzdem hat man gefühlt keinen Urlaub, Wochenenden oder Feiertage mehr, denn man ist immer irgendwie präsent und muss/soll abliefern.

Keiner muss auf mich neidisch sein, fang einfach selbst an

Hier die Balance zu halten ist unglaublich schwer. Von außen sieht es kinderleicht aus. Ein paar Stories, ein paar Bilder, ein bisschen Text, etwas kochen oder backen und zack fertig. Jap, schön wenns so wäre. Es ist aber so wie bei einem Eisberg. Die 30%, welche über Wasser sind und man sehen kann, ist nur ein kleiner Teil. Die restlichen 70%, die unter Wasser liegen, machen die viele Arbeit aus.

Emails & Telefonate, Recherche & Ideensuche, Kunden & Leser, Steuern & Papierkram, Verträge & Projekte, Reisen & Events, Technik, Texte, Bildbearbeitung, und, und, und. Es heißt nicht ohne Grund „selbst und ständig“. Wer wissen möchte, wie man als Blogger sein Geld verdient? Hier entlang.

Ich kann sagen, das Bloggen ist mein Traumberuf, allerdings gibt es auch Schattenseiten. Denn wo Licht ist, ist auch Schatten. Ich könnte sehr gut auf die ganze Negativität, Neid, Missgunst, usw. verzichten. Die letzten Jahre habe ich mich davon sehr frei gemacht. Allerdings kann es an einem schlechten Tag schon einmal vorkommen, dass einen etwas mehr trifft, als es sollte.

Aber in der heutigen Zeit ist irgendwie nichts was man macht richtig. Man kann es gefühlt immer nur falsch machen. Trotzdem mache ich mein Ding und arbeite an mir. Es bleibt jedem frei, sich auch etwas aufzubauen und durchzustarten. Also seid auf niemanden neidisch, sondern fangt einfach selbst an!

Es ist nicht leicht eine One-Woman-Show zu sein, aber irgendwie brauche ich auch diesen Ansporn und vor allem die Freiheit. Ich bin Fisch durch und durch und wenn ich meine Kreativität und Ideen nicht ausleben kann, ist das das schlimmste für mich.

Und ich bin nach wie vor, sehr stolz auf mich und meinen Blog und auf all das, was ich schon erreicht habe. Ich wurde verklagt und habe gewonnen, war an wunderschönen Orten und auf Reisen, habe mit tollen Kunden arbeiten dürfen und viele Menschen kennen gelernt und Freunde gefunden.

Von der Industriekauffrau zur Bloggerin – Vom Hobby zum Beruf

Sehr lange habe ich mich herumschupsen und klein machen lassen, war immer der Depp. Irgendwann war Schluss damit. Es hat klick gemacht und ich habe meinen 40 Stunden Bürojob gekündigt. Es war Zeit und das Maß mehr als voll. Anfangs hatte ich immer Angst diesen Schritt zu machen, aber dann dachte ich mir „was soll schon passieren?“. Ich wollte mich nicht mein ganzes Leben fragen, was wäre gewesen, wenn…? Also hab ichs einfach gemacht! Und es war die einzig richtige Entscheidung.

Ich konnte wieder gut schlafen, hatte keine Bauchschmerzen mehr und war so erleichtert! Und sollte irgendwann einmal der Tag kommen, an dem ich nicht mehr Bloggen möchte, dann gehe ich in meinen alten Beruf zurück, ich habe mehr als 10 Jahre Berufserfahrung und mittlerweile auch schon einige Jahre im Bereich Social Media. Darüber mache ich mir also absolut keine Sorgen.

Zum 01.01.2017 war ich dann also selbstständig und mein eigener Chef. Ich habe gearbeitet wie eine Wilde. Diese ganzen Jahre harte Arbeit haben sich ausgezahlt und ich kann mir selbst auf die Schulter klopfen und sagen: „Du hast das super gemacht! Toll, dass du dich getraut hast und ins kalte Wasser gesprungen bist! Du hast dir das alles mehr als verdient!“

Alle, die auch Selbstständig sind oder sich gerade etwas aufbauen, werden mich verstehen und mir zustimmen. Man muss es einfach tun. Sich trauen. Ich habs getan und es läuft. Man lernt ganz neue Seiten von sich kennen. Hängt sich noch mehr in die Arbeit rein, fordert sich immer wieder selbst heraus und sieht gewisse Dinge mit ganz anderen Augen.

So gerne ich auch arbeite und all meine Zeit in das hier stecke, so wichtig sind auch Pausen und Erholung. Und so blöd es klingt, man muss das „los lassen und entspannen“ echt wieder lernen, wenn man so ein Workaholic war/ist. Das fiel mir am Anfang unglaublich schwer, mittlerweile geht es aber besser. Ich bin entspannter und lasse auch mal fünfe gerade sein. Aber es ist wirklich nicht leicht, weil es da immer so eine Stimme in deinem Kopf gibt, die dich fragt: „hast du auch alles erledigt, ist da nicht doch noch etwas, was du machen musst?“

Aber dann dreht man einfach die Musik lauter und denkt sich: „Nein, heute nicht.“ Heute mache ich mal nur das, was ich will und brauche. Gehe mit einer Freundin Frühstücken, in den Garten, mache einen Ausflug, usw. Solche Tage müssen sein, um Kraft zu tanken und neue Energie zu bekommen. Und dann geht es wieder frisch ans Werk.

Denn wirklich Feierabend gibt es nicht und auch kein Wochenende. Es gibt zwar eine gewisse Struktur und Organisation, allerdings verschwimmt das alles auch und wenn etwas dringend fertig gemacht werden muss, dann arbeitet man auch an Wochenenden und Feiertagen. Ich hatte schon immer sehr viel Disziplin und Ehrgeiz, aber durch die Selbstständigkeit ist das nochmal gewachsen. Ich nehme mir jetzt aber auch mehr Zeit für Freunde und Familie. Denn sie unterstützen mich immer und überall.

Ich bin sehr stolz auf das, was ich geschafft und erreicht habe!

Als ich den Blog gestartet habe, wusste niemand davon, nur meine Freundin wusste Bescheid. Irgendwann sprach es sich aber herum und auch meine Eltern bekamen es mit. Sie wollten, dass ich den Blog sofort lösche, denn was sollten denn die potenziellen Arbeitgeber denken, wenn ich da Dinge von mir ins Internet stelle. Mittlerweile ist es normal Bilder auf Instagram, TikTok, Pinterest, Snapchat & Co. zu teilen. Früher war das eher – komisch und nicht üblich, vor allem hier am Land. Da bin ich schon eine kleine Besonderheit. Die Leute brauchen halt immer etwas zu reden.

Aber mir wars damals (und auch heute noch) egal, ich zog mein Ding durch und ging weiter meinen Weg. Und so ist es heute noch.

FASHION KITCHEN ist mein Baby. Der Blog hat mich auch zu einem Teil zu dem gemacht, was ich heute bin. Mich geformt, mich dazu gebracht an Grenzen zu gehen, neue Dinge auszuprobieren, stolz auf mich zu sein, über Themen zu sprechen, die ich sonst wohl niemals angesprochen hätte. Mein Blog hat mich stark gemacht, wieder aufgebaut, wenn ich am Boden gelegen habe und mir Mut und Kraft gegeben.

Ich bin so stolz und glücklich, heute diesen, einen weiteren Geburtstag zu feiern! 11 Jahre Fashion Kitchen! Und ich hoffe, Ihr feiert alle mit mir! Ich weiß, dass es da draußen viele Leser gibt, die seit der ersten Stunde dabei sind. Und das ist einfach so unglaublich toll! Aber auch ein DANKE an alle anderen! Denn ohne Euch wäre ich jetzt nicht da wo ich bin. Das gilt auch für die, die mir nicht den Dreck unter den Fingernägeln gönnen. Ihr habt mich da hin gebracht wo ich heute bin und mich immer wieder gepusht. DANKE EUCH ALLEN!

Auch ein riesengroßes DANKESCHÖN an meine FAMILIE & FREUNDE, die mich immer und überall unterstützen und mich so nehmen wie ich bin! DANKE!

Ja, das wars. Meine bzw. die Geschichte von FASHION KITCHEN und soll ich Euch was sagen? Es geht weiter. Jeden Tag wird eine neue Seite geschrieben und ich freue mich darauf, was noch alles kommt. Ich nehme Euch mit, weil ich es toll finde zu schreiben und meine Kreativität hier ausleben zu können. Meine Gefühle auf Papier zu bringen, meine Erfahrungen zu teilen, egal ob diese positiv oder negativ sind. Es gibt in dieser Welt immer noch viel zu viele Tabu Themen und wenn ich ein bisschen helfen und aufklären kann, dann macht mich das schon glücklich.

Auf die nächsten 11 Jahre FASHION KITCHEN! Ich freue mich darauf und ich hoffe, Ihr euch auch!

PS: Letztes Jahr habe ich zum 10. Blog-Geburtstag ein echt dekadent und gigantische Schokoladentorte gebacken, falls Ihr ein bisschen Inspiration braucht!

Happy Birthday! 11 Jahre Fashion Kitchen!

Kommentare:

  • Heidi

    19. Juni 2021

    Herzlichen Glückwunsch zum Blog-Geburtstag und Daumen hoch für die vielen Themen in den letzten Jahren!
    Ich lese weiter…
    Herzliche Grüße
    Heidi

    reply...
  • Anja

    21. Juni 2021

    Liebe Anni
    Herzlichen Glückwunsch zum 11. Geburtstag von Fashion Kitchen! Ich bin schon viele Jahre dabei, zwar eher als stille Leserin (und natürlich auch auf Instagram), aber ich schaue wirklich praktisch täglich vorbei. Die Mischung Deiner Blogbeiträge finde ich toll. Von keinem Thema zu viel, von keinem zu wenig. Super Rezepte, coole Outfits, lässig DIYs und dazu auch ein bisschen Persönliches von Anni. Ich freu mich noch viel von Dir zu lesen. Mach weiter so!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Anja

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