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Selbstliebe hat etwas mit Selbstbewusstsein zu tun. Sich selbst bewusst sein. Selbstsicher, zu den Dingen stehen, die man tut und sagt. Seine eigenen Fähigkeiten und Stärken zu kennen, aber sich auch dessen bewusst sein, dass man Fehler hat und nicht perfekt ist. Das zeugt von Selbstliebe, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein. Sich selbst genug zu sein. Sich nicht andauernd zu vergleichen, sich damit zu strafen, immer wieder zu grübeln, ob das alles richtig ist, was man tut und ob man es nicht vielleicht hätte anders machen sollen. Wenn es für einen selbst die richtige Entscheidung war und sein Gefühl einem gesagt hat, ja tu es, dann hat man alles richtig gemacht.

Man muss sich etwas trauen, etwas wagen, einfach mal ins kalte Wasser springen. Den Schritt machen, loslassen und sehen was kommt. So ging es mir zum Beispiel mit meiner Selbstständigkeit. Ich habe so lange überlegt, ob ich das wirklich machen soll. Einen „sicheren“ Job aufgeben, jeden Monat ein festes Gehalt am Konto und keine Risiken. Aber nein, ich wollte das nicht mehr. Ich wollte wissen, wie sich „DAS“ anfühlt. Sein eigener Chef zu sein, noch strukturierter und organisierter zu arbeiten, neue Dinge meistern zu müssen und seiner Kreativität jeden Tag freien Lauf zu lassen.

Wenn ich diesen Schritt nicht gemacht hätte, würde ich mich wohl mein ganzes Leben lang fragen: „Was wäre gewesen wenn …?“ Und das wollte ich einfach nicht. Ich wollte diese Erfahrung machen und selbst wenn es ein Fehler gewesen wäre, hätte ich daraus gelernt.

Mich Selbstständig zu machen war die beste Entscheidung meines Lebens und ich bereue es keinen Tag. Auch wenn man sich mit viel Bürokratie und unschönen Dingen tagtäglich herumschlagen muss, hat dieser Job doch noch viel mehr Sonnenseiten. Ich bin wirklich glücklich darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte und diesen Traum jetzt leben darf.

Sich selbst zu lieben kann man lernen

Wenn man mich vor zehn Jahren gefragt hätte, na wie stellst du dir dein Leben vor? Dann hätte ich wohl ganz kleinlaut geantwortet, dass ich hoffe endlich einen festen Job zu haben, der mir Spaß macht, ich nicht ausgebeutet, verarscht oder herum gereicht werde. Vielleicht ein Haus habe, verheiratet bin und Kinder habe. Einfach glücklich bin. Vor 10 Jahren war ich ein unsicheres, kleines Mädchen, welches zwar für sich eingestanden hat, jedoch nicht wusste, wie sie das alles auf die Reihe bekommen sollte.

Jetzt bin ich eine starke, selbstbewusste Frau, die weiß was sie will und was sie nicht will. Aber das war nicht immer so und es ist ein Lernprozess. Das geht nicht von heute auf morgen mit einem Fingerschnippen. Nein, man muss schwierige Situationen meistern, Rückschläge hinnehmen und sich immer wieder aufrappeln. Für Dinge kämpfen, sich durchbeißen, etwas angehen und mit Feuereifer darauf hinarbeiten. Ja, auch das hat etwas mit Selbstliebe zu tun, an sich zu arbeiten, sich anzuspornen, sich zu motivieren.

Es muss nicht höher, weiter, schneller sein. Es muss für Euch passen, denn dann ist es genau richtig. Ihr wollt fünf Kilo abnehmen, Euch gesünder ernähren, einen anderen Kleidungsstil ausprobieren, etwas tun, was Ihr vorher noch nie gemacht habt? Dann tut es! Und glaubt mir, es wird immer Menschen geben, die sagen werden „Du kannst das nicht!“. Aber wisst Ihr was, dass kann Euch egal sein, denn ist Euer Leben und das lebt Ihr und kein anderer.

Man muss nicht jedem gefallen

Könnt Ihr Euch noch an den „Not Everybodys Darling“ Beitrag erinnern? Eigentlich beschreibe ich es da schon sehr gut, dieses Ding mit der Selbstliebe. Denn genau das ist es doch. Wenn man sich selbst liebt, sich selbst gut genug ist, dann muss man nicht mehr „Everybodys Darling“ sein. Denn meistens ist man da nur – seien wir doch mal ehrlich – „Everybodys Arschloch“.

Es ist zwar hart ausgedrückt, aber leider lässt es sich nicht schöner umschreiben. Sich selbst zu lieben heißt auch „NEIN“ zu sagen, mal einen anderen Weg als die Masse zu gehen und vielleicht sogar gegen den Strom zu schwimmen. Man wird oft anecken, ausgelacht und von oben herab behandelt werden. Aber das kann Euch egal sein, denn die haben es noch nicht kapiert. Ihr schon. Und deswegen habt Ihr das Selbstvertrauen, Dinge zu tun oder auszuprobieren, die sich die anderen niemals trauen würden. Weil es zu unsicher oder nicht der typische Weg ist. Aber man muss einfach auch mal Dinge riskieren, sich aus seiner Komfortzone heraus bewegen und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen.

Bei mir ist das zum Beispiel das Fliegen. Aufgrund meines Berufs muss ich oft fliegen und das meist alleine. Jedes einzelne Mal schlägt mir mein Herz bis zum Hals, wenn ich ein Flugzeug betrete. Es ist jedes Mal ein Kampf mit mir selbst, wenn ich weiß, dass ich in ein paar Tagen reisen muss. Dann schlafe ich schon schlecht und bin aufgeregt. Wenn ich die Reise dann aber gut überstanden habe, bin ich unglaublich stolz auf mich. Für manche mag das wohl dumm klingen, für mich ist es jedes Mal eine Herausforderung, die ich meistern muss. Mit jedem Mal geht es leichter und man entwickelt Strategien, um die Situation besser zu überstehen.

Aber nicht nur die innere Stärke, Ausgeglichenheit und Bewusstsein hat etwas mit Selbstliebe zu tun. Auch der Blick in den Spiegel ist ein ganz großer Punkt. Viele werden jetzt vermutlich sagen: „Dir fällt es ja leicht, du bist schön.“ Aber nein, so leicht kann man das nicht sagen, denn „Schönheit liegt im Auge des Betrachters!“. Ja, ich fühle mich schön, bin mit mir zufrieden, aber bis ich an diesem Punkt war hat es auch gedauert.

Ich bin ganz und gar nicht perfekt, aber das ist ok

Vor ein paar Jahren, habe ich 15 Kilo abgenommen, um mich endlich wohl in meinem Körper zu fühlen. Ich habe meine ganze Ernährung umgekrempelt und kann im Rückblick darauf sagen, dass das eine der besten Entscheidungen war, die ich je getroffen habe. Jetzt fühle ich mich in meinem Körper viel wohler und wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich mich wieder gerne an. Ich war vorher nicht fett oder übergewichtig, aber ich habe mich nicht mehr wohl gefühlt und musste etwas ändern. Manche Dinge kann man ändern, andere eben nicht.

Ich kann sagen, ich liebe mich und bin mit mir wirklich zufrieden. Aber natürlich gibt es immer Dinge, die noch besser oder anders sein könnten. Ich habe super viele Muttermale und bin regelrecht übersät davon, meine Oberlippe ist super schief, mein einer Schneidezahn ist größer als der Andere, ich habe Orangenhaut, richtige Fußballerwaden, meine Haare sind von einer Krankheit gezeichnet und, und, und.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: „Das ist mir alles vollkommen egal.“ Aber ich habe diese Dinge akzeptiert und kann mit ihnen leben. Denn das sind nur „Kleinigkeiten“. Ich war noch nie Oberflächlich und habe Menschen auf Ihr Äußeres reduziert. Leider ist das in der heutigen Gesellschaft aber die Realität. Wenn du nicht groß, schlank und schön bist, bist du ein NICHTS! Das wird einem überall vermittelt. Aber das ist doch Schwachsinn. Um schön zu sein, muss man kein Supermodel sein. Man muss sich selbst akzeptieren und so lieben wie man ist. Man muss von innen schön sein und sonst nichts.

Schönheit fängt im Herzen an – nicht im Spiegel

Man muss auf sich selbst schauen und nicht andauernd auf andere. Fang bei dir an und schließe Frieden mit dir selbst. Und wenn du diesen Punkt erreicht hast, dann kommt alles andere von ganz alleine. Glaube an dich, an deine Stärken, halte dir vor Augen, was du schon geschafft und erreicht hast. Setze Dinge um, tu das was du möchtest. Sag auch mal „Nein!“, lebe dein Leben nach deinen Vorstellungen. Und lass dich niemals von irgendjemand klein machen. Denk immer daran…

Du bist genug, genau so wie du bist.

Selbstliebe - du bist genug selbstbewusstsein fashionkitchen

Kommentare:

  • 25. März 2019

    Du kannst wirklich so stolz auf dich sein und es ist unglaublich schön z sehen, was du alles erreicht hast in den 5 Jahren, in denen ich dich kenne.
    Bis hoffentlich bald,
    Carolina

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  • Anonymous

    31. März 2019

    Sooo ein ehrlicher, wundervoller & motivierender Text, liebe Anni! ❤
    Mach weiter so, Viele Grüße Annie 😊

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  • 10. April 2019

    Ich finde, dass man sich als Frau viel zu oft selbst auf sein Aussehen reduziert und viel zu kritisch ist. Jetzt wo ich beruflich oft in der Öffentlichkeit stehe und zu Fototerminen etc muss, gehe ich erstaunlicherweise recht gelassen damit um, dann seh ich halt mal nicht perfekt auf dem Foto aus. Ich glaube, das Thema sich selbst zu lieben, ist ein Prozess, dafür braucht frau eine gewisse Zeit. 🙂
    LG Myriam

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  • 9. Mai 2019

    Danke 🙂

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