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Omas Kleckserlkuchen – Fleckerlersdatschi. Kleckskuchen, Kleckselkuchen, Fleckerlkuchen, Kleckserlkuchen, Fleckerlersdatschi, Schmierkuchen, Kirwahdotsch, Flecklerskuchen, Kleckseldatschi oder wie mein Opa ihn auch liebevoll nennt – Kirchweihkuchen. Wahrscheinlich hat dieser Kuchen tausende Namen, denn in jedem Dorf wird er anders genannt.

Der Kuchen hat eine kleine Geschichte und die finde ich einfach unglaublich schön. Denn mein Opa stammt ursprünglich aus Sudetendeutschland und wurde als Kind mit seiner Familie vertrieben. Früher gab es bei Ihnen die Allerwerltskirchweih und dort wurde immer der Kleckserlkuchen – Fleckerlersdatschi gebacken. Es gab den Kuchen also quasi nur einmal im Jahr und das war etwas ganz Besonderes.

Eigentlich sollte er Opas Kleckserlkuchen – Fleckerlersdatschi heißen. Aber meine Oma hat das Rezept von der Mutter meines Opas übermittelt bekommen und so wird die Tradition weiter gegeben. Jetzt bin auch ich in der Linie und weiß, wie man den Kuchen backt und darauf bin ich schon ein wenig stolz.

Ich muss sagen, dass der Kuchen etwas Aufwändiger zu machen ist, weil es einfach viele Komponenten gibt. Aber das Endergebnis lohnt sich so sehr! Also probiert den Kuchen uuuunbedingt aus! Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen!

Noch mehr von Omas Rezepten findet Ihr hier. Und ich möchte noch viel mehr in Zukunft hinzufügen. Vielleicht wären auch noch ein paar herzhafte Rezepte ganz gut. Ihr könnt mir Eure Idee gerne aufschreiben, dann versuche ich sie mit meiner Oma umzusetzen.

Und falls Ihr Euch die Story mit meiner Oma nochmal anschauen wollt, bittesehr! Und jetzt ganz viel Spaß beim Nachbacken und im Erinnerungen schwelgen.

Omas Kleckserlkuchen – Fleckerlersdatschi

Zutaten für den Hefeteig:

  • 500 g Mehl
  • 1 Würfel Hefe
  • 1 EL Zucker
  • 50 ml Milch
  • 60 g Fett (Margarine, Butter)
  • 2 Eier
  • 60 g Zucker
  • 200 ml Milch
  • 1 TL Salz

Zutaten für die Quarkfüllung:

  • 250 g Quark
  • 20 g Fett (Margarine, Butter)
  • 1 Ei
  • 50 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • etwas Milch
  • etwas Zitronensaft

Zutaten für die Mohnfüllung:

  • 150 g Mohn
  • 125 ml Milch
  • 20 g weiches Fett (Margarine, Butter)
  • 50 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 30 g gemahlene Haselnüsse
  • 30 g Rosinen
  • 1 EL Rum

Zutaten für die Butterstreusel:

  • 100 g Mehl
  • 75 g weiche Butter
  • 50 g Zucker

weitere Zutaten für den Belag:

  • Zwetschgenmus
  • Marmelade

Zubereitung des Hefeteigs:

Meine Oma setzt für jeden Hefeteig ein „Dampferl“ bzw. einen Vorteig an. So wird die Hefe aktiviert und kann wachsen.

Siebt das Mehl in eine große Schüssel und macht in der Mitte ein kleines Loch, da hinein bröckelt Ihr die Hefe. Streut 1 EL Zucker darüber und begießt das Ganze mit 50 ml lauwarmer Milch. Achtet darauf, dass die Milch nicht über 40°C hat, denn sonst geht die Hefe kaputt und kann den Teig nicht mehr aufgehen lassen.

Nun stellt die abgedeckte Schüssel für 10-15 Minuten an einen warmen und nicht zugigen Ort. In der Zwischenzeit erwärmt Ihr die 200 ml Milch mit den 60 g Fett. Nach der Gehzeit sieht man genau, wie die Hefe gearbeitet hat und gewachsen ist. Jetzt kommen Eier, etwas Salz, Zucker und die lauwarme Milchmischung in die Schüssel. Mit einem Holzlöffel wird nun alles zu einem Glatten Teig gerührt. Natürlich könnt Ihr diesen Teil auch im Thermomix, einer Küchenmaschine oder mit dem Handrührer machen.

Wenn der Teig etwas zu klebrig ist, gebt noch etwas Mehl hinzu. Damit der Teig schön luftig und locker wird, muss er für mindestens 5 Minuten abgeschlagen werden. Das geht, wie oben schon erwähnt, mit der Hand, dem Thermomix oder einer Küchenmaschine.

Jetzt wird der Teig abgedeckt und an einen warmen, nicht zugigen Ort gestellt und für ca. 60 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte seine Größe mindestens verdoppeln.

Richtet Euch ein Backbrett und Nudelholz her, um den Teig noch einmal ordentlich durchzukneten und anschließend auf die richtige Größe für das Backblech zu bekommen. Das Backblech fettet Ihr am besten vorher ein und legt anschließend den Teig hinein. Formt einen kleinen Rand und piekst den Boden ein paar Mal mit einer Gabel ein.

Zubereitung der Quarkfüllung:

Während der Teig geht, kann man die Füllungen bzw. Beläge zubereiten. Gebt alle Zutaten in eine Schüssel und verrührt alles mit einem Schneebesen. Die Masse sollte schön glatt, aber nicht zu flüssig sein. Also erst einmal etwas sparsamer mit der Milch arbeiten.

Zubereitung der Mohnfüllung:

Mohn mahlen (klappt gut im Thermomix. 1- 2 Minuten intervallweise mixen.), mit allen anderen Zutaten in einen kleinen Topf geben und für 5 Minuten köcheln lassen. Dann abkühlen lassen.

Zubereitung der Butterstreusel:

Mehl, Butter und Zucker in eine Schüssel geben und mit der Hand alles so lange vermengen bzw. drücken, dass Streusel entstehen.

Omas Kleckserlkuchen - Fleckerlersdatschi

Zubereitung des Omas Kleckserlkuchen – Fleckerlersdatschi:

Wenn der Hefeteig auf dem Backblech ausgerollt ist und alle Füllungen bereit stehen, geht es los. Wer mag, kann den Boden auch noch mit Kirschmarmelade einschmieren. Ist aber kein Muss. Es wird nun abwechselnd Zwetschgenmus, Quark und Mohn in kleinen Häufchen auf den Hefeteig gesetzt. So macht man das, bis das komplette Blech voll ist.

Sollte man noch etwas von der Quark- oder Mohnmasse übrig haben, kann man das auf dem Kuchen gleichmäßig verteilen. Das Zwetschgenmus kann man prima zu Pfannkuchen oder Zwetschgenknödeln essen.

Zum Schluss kommen die Butterstreusel über den Kuchen und dann für 45 Minuten bei 170°C bei Ober-und Unterhitze (unteres Drittel im Backofen) in den Ofen. Dort wird er gebacken, bis er goldbraun ist.

Nach dem Backen noch kurz auskühlen lassen und noch lauwarm genießen, denn so schmeckt Omas Kleckserlkuchen – Fleckerlersdatschi am aller BESTEN!

Tipp:

Jeden Arbeitsschritt könnt Ihr in der Story mit meiner Oma nochmal anschauen. Der Kleckserlkuchen – Fleckerlersdatschi hält sich für einige Tage und schmeckt aufgewärmt auch sehr gut. Aber auch einfrieren und bei Bedarf auftauen, kann man ihn ohne Probleme.

Kommentare:

  • Nicole

    12. Juli 2020

    Danke für’s Rezept. Den Kuchen werd ich nachbacken. Meine Großeltern stammen auch aus Sudetenland, also der ehem. Tschechoslowakei und wurden damals, während des 2. Weltkriegs aus ihrer Heimat vertrieben.

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  • Julia

    12. Juli 2020

    Liebe Anni,
    vielen Dank für das Rezept. Mein Opa kommt ursprünglich vom Böhmerwald genauer gesagt Bergreichenstein und wurde auch als Kind mit seiner Familie vertrieben. Da werd ich meine Omi gleich mal fragen, ob ihr so ein Rezept bekannt ist :). Ich werde den Kuchen auf jeden Fall nachbacken!!!

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