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Wie übersteht und verarbeitet man eine Trennung? „Anni, wie hast du das alles überstanden? Du wirkst so stark und positiv? Ich fühle mich so alleine, ohne Perspektive und könnte den ganzen Tag nur weinen. Was soll ich nur tun…“

So oder so ähnlich – meist in viel längerer Ausführung – erreichen mich fast täglich Nachrichten von Euch. Und das obwohl, dieses ganze Thema schon so lange her ist. Eigentlich wollte ich zu der ganzen Sache auch nichts mehr sagen oder mich in irgendeiner Form äußern, aber irgendwie lässt es mir keine Ruhe und ich glaube, mir schreiben diese ganzen Frauen und Männer nicht ohne Grund.

Ich werde und möchte hier keine Details oder Einzelheiten zu meiner Trennung aufschreiben oder preisgeben. Dazu wurde schon alles gesagt und was geredet und erzählt wird ist mir mittlerweile so unglaublich egal. Die Leute wissen es ja sowieso besser, egal was man sagt, deswegen geht mir das am Allerwertesten vorbei.

Jedoch möchte ich einfach ein wenig helfen und wenn das nur meine Worte sind. Auf irgendeine Weiße hilft es, mit jemanden zu sprechen, der die gleiche Situation durchgemacht hat. Man fühlt sich verstanden und weiß, wie der andere fühlt.

Ich denke zu diesem Thema gibt es nur irgendwelche „Ratgeber“, die mal ganz nett zum Durchlesen sind. Ob es einem etwas bringt sei einmal dahin gestellt. Man klammert sich in solch einer Phase wirklich an jeden Strohhalm. Aber ich persönlich habe nichts gefunden, wo jemand von seiner Trennung erzählt hat.

Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass ich ein Experte bin oder meine Tipps Euch da draußen helfen. Aber mir haben Sie geholfen und vielleicht tun sie das bei ein paar von Euch auch.

Eine Trennung durchzumachen reißt einen den Boden unter den Füßen weg. Man trifft diese Entscheidung (in den meisten Fällen) nicht leichtfertig und hat mit Sicherheit vorher mit dem Partner über die Dinge/Probleme gesprochen. Natürlich gibt es auch Kurzschlussreaktionen, aber wenn es sich in dem Moment richtig angefühlt hat, sollte es eben so sein.

Im Grunde gibt es kein Richtig und auch kein Falsch. Und es sollte und kann auch keiner Ratschläge geben. Denn es ist die eigene Beziehung und da ist keiner so involviert, wie man selbst und der Partner. Keiner weiß, wie gewisse Dinge sind, ablaufen oder wie sehr man den anderen liebt. Man muss solche Entscheidungen für sich und vielleicht auch für den anderen treffen.

Denn manchmal sind Beziehungen auch toxisch und dann ist eine Trennung vielleicht sogar eine Befreiung von einem Menschen. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten. Was alles schief gelaufen ist, man sich auseinander gelebt hat, nicht mehr liebt, Lügen, Betrug, usw.

Deswegen gibt es kein „Rezept“ dafür, wie man eine Trennung übersteht und verarbeitet. Der eine leidet mehr, der andere weniger. Wir sind alle Menschen und deswegen auch alles sehr unterschiedlich.

Ich persönlich habe sehr gelitten, weil auch andere Faktoren dazu gekommen sind, die mich gesundheitlich und mental nochmal mehr in ein Loch gerissen haben. Wie sagt man so schön – „wenn’s kommt, dann richtig!“

Die Wunden werden nie ganz verheilen und man wird manche Dinge nie vergessen können. Aber die Narben verblassen und man kann mit der Zeit vieles verarbeiten und vielleicht auch verstehen.

Man fragt sich in dieser Trennungsphase oft „Warum?“. Versteht die Gedankengänge des anderen nicht und zerdenkt alles. Aber ich glaube, manchmal versteht der Partner sich auch selber nicht. Aber so sind wir Menschen. Ich kann das nicht wirklich erklären, aber ich glaube, Ihr versteht alle was ich meine oder? Manchmal macht man auch einfach Fehler, kann sich dafür aber nur entschuldigen, den verursachten Schmerz aber nicht zurück nehmen.

Vielleicht sind Trennungen auch ein Mittel, um den anderen wach zu rütteln und im zu sagen „Hallo, das ist jetzt die allerletzte Gelegenheit etwas zu ändern!“. Vielleicht braucht man auch einfach nur etwas Abstand, um wieder klar sehen oder denken zu können. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wieso und warum. Jeder muss für sich die Richtige herausfinden und dann danach handeln, wie es für einen am besten ist.

Die Schlimmste Entscheidung überhaupt ist, wenn man oder der anderen, nicht mehr liebt, nichts mehr für den anderen empfindet, sich keine gemeinsame Zukunft vorstellen kann, und, und, und. Wenn man an so einen Punkt angelangt ist, ist es vielleicht wirklich besser reinen Tisch zu machen.

Wo wir beim aller, aller wichtigsten Thema überhaupt wären! MITEINANDER SPRECHEN! Denn das tun wir nicht genug oder nur selten. Oder der eine tut es und der andere hört nicht zu oder nimmt es nicht ernst. Eine Beziehung zu führen ist Arbeit, jeden Tag aufs Neue. Und hier muss man reden. Auch mal unangenehme Themen ansprechen und seine Gefühle, Wünsche, Ängste und Nöte erzählen dürfen! Das muss einfach sein!

Etwas unter den Tisch zu kehren, nur weil es unangenehm oder nicht so schön ist? Nein, nein, nein! Irgendwann rennt man dann gegen eine Wand. Miteinander reden ist der Schlüssel. Das heißt nicht, dass man jeden Tag zwei Stunden tiefgründige Gespräche führen muss. Aber man sollte Themen und Dinge ansprechen, wenn sie auftauchen oder akut sind. Denn man merkt ja, wenn ein rosa Elefant durch den Raum tänzelt.

Ich bin so ein Mensch. Ich muss viel reden und Dinge ansprechen, denn dann geht es mir besser und ich schleppe diese Belastung nicht mehr mit mir herum. Wenn man dann aber den Schritt macht und fragt, ob etwas ist (weil man das genau spürt), der anderen dann aber „es ist Nichts!“ antwortet, kann man sich wohl zu 90% sicher sein, dass etwas ist.

Das ist in meinen Augen genau falsch. Etwas zu verdrängen oder „nichts“ zu sagen, hilft keinem weiter. Lieber ein kurzer Streit, aber danach ist die Sache geklärt. Vielleicht versteht der andere dann auch besser, warum man so ist oder warum man sich so verhält. Reden hilft in jeder Situation. Das habe ich für mich aus den letzten Jahren mitgenommen.

Und wenn man niemanden zum Reden hat, ist es auch keine Schande, sich professionelle Hilfe zu holen. Das ist sogar gut und hilfreich, jemanden zu haben oder zu einer Therapie zu gehen. Denn diese Menschen kennen sich aus und können gewisse Denkanstöße oder Hilfestellungen geben. Also scheut Euch nicht davor, zu einem Psychologen zu gehen oder eine Therapie zu machen. Es hilft, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Wenn man das nicht zu möchte, kann und sollte man natürlich mit Familie und Freunden sprechen. Mama, Papa, Geschwister, die besten Freunde. Es hilft schon, wenn man reden kann und der andere zuhört. Es muss keiner schlaue Ratschläge geben oder einem sagen, wie man etwas machen muss. In so einer Situation finde ich das eher kontraproduktiv und falsch. Denn, wie weiter oben schon erwähnt, es steckt ja keiner in einem drin und weiß, wie man sich fühlt.

Auch einen Brief zu schreiben, hilft manchmal. Man kann sich quasi alles von der Seele schreiben und auf Papier bringen. Den Brief kann man los schicken, muss man aber nicht. Das liegt dann wieder ganz bei Euch. Jedenfalls tut es unheimlich gut und befreit auf eine gewisse Art und Weise.

Nach oder während einer Trennung fällt man einfach in ein Loch, egal ob man der Verlassene ist oder der, der Verlassen hat. Es tut immer weh. Sehr sogar. Deswegen ist es gut sich abzulenken, auf andere Gedanken zu kommen und sich nicht die ganze Zeit den Kopf zu zerbrechen. Einfacher gesagt als getan, ich weiß…

Ich bin viel raus gegangen, war unterwegs, habe etwas mit Freunden und Familie gemacht, habe mich abgelenkt (und das ist ganz egal wie). Den Kopf frei bekommen und durchatmen. Sich auf ein neues Projekt oder in Arbeit stürzen, Sport, ein neues Hobby, Spazieren gehen, reisen, Gartenarbeit, Tagebuch schreiben, Dinge machen, die man noch nie zuvor gemacht hat. Das alles kann helfen. Jedoch sollte man es nicht übertreiben. Alles in einem gesunden Maß. Denn sich so zu betäubend oder das Erlebte zu verdrängen ist auch nicht richtig.

Manchmal gibt es aber auch Tage, da will man nicht aufstehen, badet in Selbstmitleid und schaut den ganzen Tag nur TV. Man muss das tun und sich auch mal verkriechen. Niemanden um sich herum haben und einfach alleine sein. Das heilt. Man muss den Schmerz irgendwie verarbeiten und wenn einem das hilft, dann sollte man das auch machen.

Das hat nichts mit „sich hängen lassen“ zu tun. Das ist einfach Selbstliebe und Selbsttherapie. Man weiß in so einer Situation einfach, was einem gut tut.

Klar sollte man sich jetzt nicht für drei Monate einsperren und nur von Junkfood leben. Das ist auch nicht der richtige Weg. Aber manchmal fällt es einem schwer den Arsch hoch zu bekommen. Allerdings ist es auch toll, wenn man den Arsch doch hoch bekommt und Dinge tut, die man vorher vielleicht nicht gemacht hat. Man liegt schon im Bett, da ruft die Freundin an „Los komm vorbei, wir machen uns einen schönen Abend und gehen noch ein bisschen weg.“ Dann aufstehen und einfach machen. Wenn es einem nicht gefällt kann man immer noch zurück ins Bett. Es wird einem keiner böse sein, denn die engsten Vertrauten wissen ja meist Bescheid.

Mit der Zeit wird es besser, das verspreche ich Euch. Man kann das alles besser händeln, verarbeiten und vielleicht sogar verstehen. Vielleicht realisiert man auch, dass eine Trennung nötig war und eventuell geht es einem jetzt besser, weil ein großer Ballast von einem gefallen ist.

Wie es bei Euch weiter geht, welchen Weg Ihr wählt, das liegt ganz bei Euch. Vielleicht hilft es nochmal mit dem Partner zu reden, für die Beziehung zu kämpfen, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist es besser getrennte Wege zu gehen. Vielleicht war es lange Zeit nur Gewohnheit und einer hat es endlich geschafft den Schritt zu gehen. Vielleicht war es ein Fehler, den man jetzt nicht mehr rückgängig machen kann oder vielleicht doch.

Das alles ist ein einziger Haufen an Fragen, die einem im Kopf herum schwirren. Es ist nicht einfach, das weiß ich. Aber Ihr werdet es alle schaffen, weil Ihr stark seid. Ihr steht das durch, wachst an der Erfahrung, lernt vielleicht sogar daraus und macht weiter! Es gibt nicht den „richtigen“ Weg. Es gibt nur Euren Weg und den müsst Ihr gehen.

Zum Schluss möchte Ich Euch noch zwei Bücher (Das Kind in dir muss Heimat finden* und Goodbye Herzschmerz*) empfehlen, die mir sehr geholfen haben, bzw. ich auf jeden Fall lesenswert fand. Auch wenn ich nach dem Kauf, sehr lange mit mir gehadert habe, sie zu lesen. Denn ich hatte Angst, dass es meine Wunden wieder aufreißt. Was es auch irgendwie getan hat, aber das war gut so. Denn dadurch konnten die Wunden besser verheilen.

Ich möchte auf diesen Weg auch nochmal DANKE sagen. Denn Ihr schenkt mir Euer Vertrauen, indem Ihr mir Eure Geschichten erzählt, mich um Rat fragt und einfach alles raus lasst. Ich höre Euch gerne zu, versuche zu helfen und Ihr könnt Euch sicher sein, das alles ist bei mir gut aufgehoben. Ich weiß in gewisser Weise (auch wenn wir uns vielleicht nicht kennen), wie es Euch geht. Und wie im Text schon erwähnt, tut es einfach gut, mit jemanden zu reden, der das Gleiche durchgemacht hat. Man fühlt sich verstanden und weiß, dass man nicht alleine ist.

In diesem Sinne – Ihr seid nicht allein und Ihr werdet das schaffen! Auch wenn es gerade weh tut und sehr schlimm ist, Ihr steht das durch und geht stärker denn je daraus hervor.

Alles Liebe,
Anni

Wie übersteht und verarbeitet man eine Trennung?

Wie übersteht und verarbeitet man eine Trennung

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Kommentare:

  • Micha

    8. März 2020

    Hi Anni,
    Toller Post! Du hast recht, reden kann helfen nur manchmal hat man auch keine Kraft mehr zu reden. Bist du komplett über die Trennung weg? Ich z.b bin seit Anfang 2017 Single nach 5 Jahren Beziehung und ich denke heute immer noch dran. Also der Schmerz ist immer noch da obwohl ich weiß dass es nie eine Zukunft gehabt hätte. Was denkst du wie lange braucht es darüber hinweg zu kommen? Man sagt ja die Hälfte der Zeit wie lange die Beziehung dauerte. Naja das wär bei mir schon lange so weit nur irgendwie kann ich das nicht bestätigen. Jedenfalls gute Idee mit dem Post 🙂 viele Grüße

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  • Melanie

    8. März 2020

    Vielen lieben Dank für diese Worte, die so wahr sind! Am Liebsten würde ich jedem, der meine Trennung nicht versteht gleich mal deinen Text hinlegen. In der Hoffnung, dass sie es endlich begreifen und sich nicht einmischen sollen.

    Liebe Grüße Melanie

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  • Steffi

    8. März 2020

    Liebe Anni,
    Da hat du wieder einmal genau ins Herz getroffen. Ich glaube du hast viel Wahres geschrieben und auch wieder einmal etwas von der Anni gezeigt, die man im Laufe der letzten Jahre in Sozial Media kennen-und schätzen gelernt hat.
    Vielen Dank dafür ?

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  • Ines Jana

    8. März 2020

    Danke für Deine Worte, ich glaube es kommt auch darauf an, warum man sich trennt. Wenn Fremdgehen oder Schlimmeres passiert, ist es danach vielleicht eine Befreiung, die trotzdem schmerzt. Aber ich möchte noch etwas Anderes einwerfen: wenn man sich trennt und auf einmal mit Kind allein ist, in einer viel zu großen Wohnung und das Kind auch leidet. Das ist noch ne Schippe härter, erst funktioniert man und dann kommt die Trauer….liebe Grüsse Ines

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