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Gemüsebeete im Garten anlegen, bepflanzen & pflegen

Sonntag, 29. April 2018

{Dieser Beitrag enthält Affiliate Links}
Ich hätte diesen Post gerne schon viel früher veröffentlicht, aber gut Ding will Weile haben und deswegen ist es erst heute soweit. Denn man kann bei der Natur nicht zaubern und so hat es jetzt knapp ein Jahr gedauert, bis ich meine Erfahrungen mit unserem Gemüsebeet, wie wir es gebaut, bepflanzt und gepflegt haben, mit Euch teilen kann. Schon seit ich denken kann, haben meine Oma und Mama selbst Gemüse im Garten angepflanzt und natürlich war ich schon als Kleinkind mit Feuereifer dabei, wenn es darum ging, Karotten aus der Erde zu ziehen, die Erde zu harken oder den Salat zu gießen. Und mit dem eigenen Haus wuchs der Wunsch immer mehr, auch selbst Gemüse anzupflanzen. Also war es letztes Frühjahr so weit und wir starteten mit der Planung der Gemüsebeete. Lange überlegte ich, wo denn wohl der perfekte Standort wäre und schlussendlich entschieden wir uns für eine Nord-West-Ausrichtung. Nicht alleine, weil die Beete dann nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne liegen, sondern auch, weil es bei uns von der Gartenaufteilung so perfekt passt. Bei unserer Terrasse, die mit schweren Natursteinquadern (ein Stein wiegt gute 1000 kg) abgefangen ist, gibt es eine kleine Nische und dort passten die Beete perfekt hin. Der passende Standort war jetzt also gefunden, die nächste Frage stand aber schon im Raum. Wie wollen wir die Beete bauen? Hochbeete wollte ich nicht und eine Holzeinfassung hätte irgendwie nicht so richtig gut ausgesehen. Nur ein Streifen Erde hätte komisch gewirkt und auch ziemlich unordentlich. Nachdem wir dann in einem Gartencenter ein super Angebot für Rabatten bzw. Rasenkanten-Beton-Steine gefunden hatten, schlugen wir zu und kauften eine Palette. Die Maße passten perfekt und wir konnten loslegen. Material und Werkzeug hatten wir ansonsten alles zu Hause.



Der Bau lief weitestgehend glatt. Was soviel bedeutet wie: Ich bin eine Perfektionistin und Matze eher der "passt scho" Typ. Da immer einer Meinung zu sein ist dann nicht so leicht. Aber das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Die Gemüsebeete fügen sich super in den restlichen Garten ein und sind natürlich auch zweckmäßig. 2017 konnten wir dann als zum ersten Mal selbst Gemüse anpflanzen und ernten. Wisst Ihr, wie viel besser der eigene Salat, Tomaten, Karotten und Zucchini aus dem Garten schmecken? Das Gefühl, wenn man zum aller ersten Mal sein eigenes Gemüse erntet ist einfach unbeschreiblich toll.
Allerdings muss man auch dazu sagen, dass der Gemüseanbau auch sehr zeitintensiv ist. Täglich muss gegossen und gepflegt werden. Denn Schädlinge wie Schnecken können schnell mal über Nacht das ganze Gemüsebeet leer fressen. Gott sei Dank hatten wir bisher nur mit Nacktschnecken zu kämpfen. Wühlmäuse, Maulwürfe oder sonstiges Getier haben sich bisher fern gehalten und das bleibt hoffentlich auch weiterhin so. Wenn man also nicht so viel Arbeit haben will, sind Gemüsebeete wohl eher nichts für einen. Denn man muss wirklich täglich nach ihnen sehen und sich auch ein bisschen Wissen aneignen. Aber das kann man alles im Internet oder Büchern nachlesen. Und wer eine Oma und Mama hat, die auch Gemüse anbauen, fragt einfach hier mal nach.

Jetzt aber genug geredet und auf die Folter gespannt. Ich erzähle Euch Schritt für Schritt, wie wir unsere Gemüsebeete im Garten angelegt, bepflanzt, gepflegt und schließlich das erste Gemüse geerntet haben. Ich hoffe, die Anleitung ist für den einen oder anderen von Euch hilfreich und Ihr könnt Euch ein bisschen inspirieren lassen.

WAS DU FÜR DIE GEMÜSEBEETE BRAUCHST:



SO WIRDS GEMACHT:
Zuerst einmal solltet Ihr Euch darüber Gedanken machen, welche Materialien Ihr für Eure Gemüsebeete verwenden wollt und wo der Standort sein soll. Wenn die Entscheidung gefallen ist und Ihr alles besorgt habt, könnt Ihr loslegen. Wir haben Ende März/Anfang April 2017 mit dem Bau begonnen und drei Wochenenden gebraucht, um alles komplett fertig zu stellen. Richtet Euch alle Werkzeuge und Materialien für den Beet Bau her, damit Ihr nicht alle paar Minuten noch etwas holen müsst. Natürlich ist es auch sinnvoll, die Beete zu zweit zu bauen, wobei ein starker Mann das Steine setzen auch alleine schafft. Ich habe aber trotzdem mitgeholfen, so wie bei allem. Denn am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat und kann ziemlich stolz auf sich sein.



SCHRITT 1
Im ersten Schritt sollte man grob ausmessen, wo genau man die Beete anlegen möchte. Wie sie von der Form aussehen sollen und auch auf die Maße achten. Wir haben zuerst alles mit kleinen Steinen ausgelegt und ganz grob die Maße genommen. Dann wurde es präziser und wir haben mit Holzstäben das genaue Maß abgesteckt und mit einer Maurerschnur markiert. Dann ging es an die Höhen, denn die Beete sollen ja eine Höhe haben und alle Steine in einer Linie gesetzt sein. Hier muss man auch den Untergrund mit einrechnen und sich etwas dran orientieren. Die Randsteine haben die Maße: 100 cm lang, 25 cm hoch und 5 cm breit. Die Beet Einfassungen schauen bei uns 15 cm aus dem Boden, das heißt, 10 cm tief sind sie im Boden eingelassen. Wir haben uns von einem Beet zum nächsten gearbeitet, zuvor aber eine Schnur gezogen, um die Ausrichtung festzusetzen.



SCHRITT 2
Um die Steine zu setzen, haben wir mit einem Spaten an der Schnur entlang gestochen, um so eine möglichst gerade Linie zu bekommen. Nun auch auf der gegenüberliegenden Seite die Erde abstechen und aus dem Schacht entfernen. So tief runter graben, wie man die Rabatten setzen möchte. Um die Steine in die richtige Position zu bekommen, kann man auch etwas Sand in den Schacht geben und dann die Rabatten darauf setzen, an der Maurerschnur ausrichten und mit einem Gummihammer festschlagen. Prüft mit einer Wasserwaage, ob die Steine so sitzen, wie Ihr es wollt. Anschließend wird Erde links und rechts von der Rabatte aufgefüllt und festgeklopft oder getreten. So wird der Stein noch zusätzlich fixiert. Achtet aber darauf, dass der Stein beim Festdrücken nicht mehr verschoben wird. Wenn alles passt, kann man mit dem nächsten Stein weiter machen. Wenn ein Stein mal vom Maß nicht passt, dann einfach mit der Flex und einer Trennscheibe für Stein auf die gewünschte Länge schneiden. Hier ist aber etwas Gefühl gefordert, denn die Steine können bei zu viel Druck schnell brechen.
Wir haben die Steine bei  unseren Beeten auf Kante gesetzt, weil wir keine Rundungen wollten, theoretisch gibt es für die Rasenkanten-Steine aber auch Bögen, die man verbauen kann. Finde ich persönlich aber nicht so schön und hätte die Beete auch viel breiter gemacht.



SCHRITT 3
Nachdem alle Rabatten gesetzt waren und wir das überschüssige Gras aus den Beeten entfernt hatten, machten wir uns Gedanken darüber, wie wir die Wege zwischen und vor den Beeten gestalten wollten. Kies, Holz, Granit, Pflastersteine, usw. All diese Ideen hatten wir im Kopf, aber so richtig entscheiden konnten wir uns nicht. Schlussendlich entschieden wir uns dann für das Pflaster, welches wir auch schon auf den Terrassen und in der Hofeinfahrt verbaut hatten, denn das passte einfach am besten dazu. Auch von den Maßen hat es einwandfrei zwischen die Beete gepasst und wir mussten nur ab und zu einen Stein schneiden. Um das Pflaster zu setzen, musste etwas Erde entfernt und Splitt eingebracht werden. Denn auf Splitt kann man Pflaster viel angenehmer verlegen und Unebenheiten ausgleichen. Vor dem Verlegen mit einer Wasserwaage alles gerade abziehen und dann die Steine hineinsetzen. Zum Schluss mit Fugensand und die größeren Löcher mit Splitt auffüllen.




SCHRITT 4
Auch vor den Beeten haben wir noch einen kleinen Weg gepflastert, damit man sich angenehm um die Beete herum bewegen und auch mal Sachen abstellen kann. Ich finde, die Gemüsebeete fügen sich absolut toll in diese kleine Nische ein und der Weg passt perfekt dazu. Der nächste Schritt war nun guten Humus bzw. Mutterboden in die Beete zu füllen. Um herauszufinden nimmt man einfach die Maße seiner Beete und berechnet das Volumen, was man an Erde benötigt, um sie aufzufüllen. Hier ein kurzes Rechenbeispiel: Bei uns hat ein Beet die Maße: Länge 2 m x Breite 1 m x Tiefe 0,15 m = 0,3 m³. In ein Beet passen also 300 Liter Erde. Und da wir 4,5 Beete angelegt hatten, brauchten wir 1,35 m³ Erde. Wir haben auf 1,5 m³ aufgerundet, da man die Erde ja auch noch im restlichen Garten verwenden kann. 
Wenn man den Humus in die Beete geschaufelt hat, sollte man danach alles etwas ruhen lassen, damit sich Organismen (Regenwürmer, Nährstoffe, usw.) in der Erde wieder etwas regulieren können. Also gebt den Gemüsebeeten etwas Zeit, bevor Ihr mit dem Bepflanzen loslegt. So lange die Beete ruhen, könnt Ihr Euch ja schon mal überlegen, was Ihr überhaupt anpflanzen wollt.




SCHRITT 5
Juhu, es ist soweit! Endlich kann gepflanzt werden! Während die Beete geruht haben, konntet Ihr Euch ja schon zur Bepflanzung Gedanken machen. Ich habe mich letztes Jahr für eine sehr bunte Mischung entschieden. Mit dabei waren: Tomaten, Kopfsalat, Karotten, Paprika, Rucola, Kohlrabi, Blumenkohl, Spinat, Zucchini und verschiedene Kräuter. Bei den meisten vorgezogenen Pflanzen aus dem Gartencenter sind Hinweise zur Pflanzung dabei. Z. B. wie viele Stecklinge, in welchem Abstand usw. gepflanzt werden sollen. Ich habe zuerst alle Stecklinge ausgelegt und so platziert, wie ich sie einpflanzen wollte und dann erst eingegraben. Danach gut eingießen und jetzt heißt es abwarten, bis die Pflanzen heranwachsen.



SCHRITT 6
Um das Gemüse am Anfang noch zu schützen ist es gut, wenn man ein Frühbeet aufbaut und die Pflanzen über Nacht immer abdeckt. Denn im April und auch noch im Mai kann es durchaus noch Frost geben (Eisheilige) und man läuft Gefahr, dass die Gemüsepflanzen erfrieren. Tomaten, Paprika und Zucchini kann man auch mit einem großen Eimer abdecken. Mitte/Ende Mai sollte man dann das Frühbeet wieder abbauen können. Denn dann sind die kalten Nächte vorbei und die Pflanzen auch schon stark genug gewachsen.




SCHRITT 7
Nach einigen Wochen ist es dann soweit und man kann das erste Gemüse ernten. Salat ist meist das erste Gemüse, welches bereit ist, um auf den Tisch zu kommen. Rucola wächst sowieso stetig nach und man kann ihn immer wieder zupfen. Kopfsalat schneidet man am Strunk ab und wenn man den Strunk dann weiter gießt, wächst vielleicht nochmal ein neuer Kopf. So habe ich es gemacht und konnte quasi doppelt ernten. Auch Babyspinat kann man jeden Tag ernten und als Salat anmachen. Kohlrabi und Blumenkohl braucht etwas länger zum Ausreifen, aber die Zucchini produzieren wie wild und man konnte ihnen wirklich beim Wachsen zusehen.
Auch ein bisschen Dünger ist für das Wachstum der Gemüsepflanzen nicht schlecht. Ich habe allerdings versucht darauf zu verzichten oder nur mit natürlichem Dünger (Pferdemist oder Brennesseljauche) gedüngt. Gegen Nacktschnecken hilft Schneckenkorn, alles andere hat bei mir nicht wirklich gut funktioniert. Falls Ihr Tipps habt, gerne her damit!




SCHRITT 8
Der Sommer geht zu Ende und der Garten ist so gut wie komplett abgeerntet. Wenn die Pflanzen keine Früchte mehr tragen und schon am Verwelken sind, kann man sie auch gleich entfernen und in die Biotonne oder den Kompost werfen. Wenn man aber weiß, dass die Pflanzenreste eine Krankheit hatten, dann lieber in die Tonne und nicht auf den Kompost, denn so verhindert man, dass sich Pflanzenkrankheiten ausbreiten. Wenn die Beete leer sind, sticht man sie um, entfernt Steine, abgestorbene Pflanzenteile, usw. und bringt ein bisschen Dünger (Pferdemist oder Brennesseljauche) ein. So können sich über den Herbst und Winter neue Nährstoffe und Organismen bilden. Auch die Regenwürmer freuen sich, wenn sie etwas zu tun haben und bleiben gerne in den Gemüsebeeten.



SCHRITT 9
Wenn der Winter vorbei ist und der Frühling wieder kommt, geht es raus in den Garten, um die Gemüsebeete auf die erneute Bepflanzung vorzubereiten. Auf dem linken Bild seht Ihr, die Beete liegen ziemlich brach, es hat sich Unkraut gebildet und im Großen und Ganzen sieht das alles nicht wirklich schön aus. Deswegen muss jetzt was getan werden. Zuerst sollte man alles Unkraut entfernen, danach die Beete umstechen und wieder glattrechen. Anschließend alles abkehren und wenn auf den Wegen Unkraut wächst, auch das beseitigen. Auf dem rechten Bild seht Ihr, wie die Gemüsebeete nach der "Frühjahrsputz-Aktion" aussehen. Wieder frisch und bereit, in ein paar Wochen mit neuem Gemüse bepflanzt zu werden.

TIPP
Wer noch mehr zum Thema "Garten" lesen möchte, der sollte sich meine Tipps, um den Garten "frühlingsfit" zu machen unbedingt mal durchlesen. Und falls es noch offene Fragen oder Themen gibt, die ich mal behandeln sollte, dann schreibt mir gerne!

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Kommentare :

  1. Hallo, wie hast du es denn geschafft, dass die Paprika ohne Gewächshaus so toll gewachsen sind?
    Und ich dachte immer, Tomaten brauchen auch ein Dach über dem Kopf, weil sie keine Feuchtigkeit von oben mögen. War das bei dir kein Problem?
    LG

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    Antworten
    1. Hey Laelie,
      die Tomaten stehen bei uns ziemlich geschützt, jedoch haben sie kein Dach. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück? :)

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