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Von meinem letzten Brotbackerlebnis habe ich Euch ja ausführlich erzählt und wie toll ich das Kartoffelbrot fand. Aber davor hatte ich auch einige Rückschläge und bin am Brot backen ziemlich verzweifelt… Auch am No Knead Bread. Das eigentlich jeder Depp backen kann, aber bei mir hats überhaupt nicht geklappt und am Schluss konnte ich den toll gebackenen Brotlaib aus meinem Gusseisentopf kratzen… Es hat zwar geschmeckt, aber ich war mega enttäuscht, denn bei allen klappte es, nur bei mir nicht. Ich musste also etwas falsch machen, aber was das genau war? Keine Ahnung. Also legte ich das Brot backen für eine Weile auf Eis, bis ich eine Dokumentation im Fernsehen über Brot backen sah, die New York Times besuchte einen Bäcker und der verriet ein paar seiner besten Rezepte. Unter anderem ging es dann auch um das No Knead Bread. Hier wurde Schritt für Schritt gezeigt, wie man das Brot ganz einfach zubereitet! Und da sah ich auch sofort meinen Fehler! Ich habe den Gusseisentopf nicht vorgeheizt! Denn das stand damals nirgends im Rezept! Verdammt!
Also packte mich der Ehrgeiz und am nächsten Tag rührte ich den Teig für das No Knead Bread an. Genau, der Teig wird angerührt und nicht geknetet! Ganz wichtig! Nachdem alle Zutaten grob verrührt waren, muss der Teig sehr lange ruhen und die Hefe arbeiten. Ich habe Euch bei der Schritt für Schritt Anleitung mal meine Angaben zur Uhrzeit dazu geschrieben. Am nächsten Tag geht es dann mit den nächsten Arbeitsschritten weiter, bis man das Brot aus dem Garkörbchen in den 250°C heißen Gusseisentopf kippt und dann backen lässt. Wenn der Topf heiß ist, beginnt der Teig sofort eine Kruste zu bilden und kann nicht anbacken. Bei meiner Version, mit dem kalten Topf, hat sich der Teig Minute für Minute festgebacken und es gab keine Chance den Laib in einem Stück aus dem Topf zu bekommen.
Deswegen ist es zwingend notwendig einen Gusseisentopf im Ofen vorzuheizen und auf die richtige Temperatur zu bringen!  
ACHTUNG! Fasst den Topf und Deckel nur mit Topflappen an, denn bei den Temperaturen habt Ihr sofort, schlimme Verbrennungen an den Händen! Es ist also Vorsicht geboten!

Mein Topf (hab ich mal bei Tchibo gekauft) hat einen Durchmesser von ca. 26 cm und ist für die Teigmenge genau richtig! Ich habe mir gedacht, ich zeige Euch Schritt für Schritt, wie ich mein Brot gebacken habe. Denn so eine Anleitung in Bildern ist doch nochmal etwas anderes, als wenn man nur einen Text runter schreibt. Wer sich das Video vom Erfinder des „No Knead Bread“ anschauen will, kann Jim Lahey hier über die Schulter gucken.
Zutaten:
  • 600 g Mehl (Typ 405)
  • 2 TL Salz
  • ¼ TL Trockenhefe
  • 450 ml kaltes Wasser
Zubereitung:

Freitag 17:30 Uhr

In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Salz vermischen. Die Trockenhefe in kaltem Wasser auflösen und zu dem Mehl geben. Mit einem Holzlöffel grob verrühren. Es macht gar nichts, wenn der Teig nicht glatt ist oder kleine Teignester entstehen. Durch die Hefe arbeitet der Teig sowieso und alles verbindet sich nach und nach. Schüssel mit einer Duschhaube (gibts meistens im Hotel) abdecken und für 18 Stunden, bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Samstag 11:30 Uhr
Der Teig hat sich ziemlich verändert und blubbert vor sich hin. Die Hefe hat ganze Arbeit geleistet und große Luftblasen in den Teig gebaut.

Jetzt die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig aus der Schüssel  auf die Arbeitsfläche gleiten lassen. Falls etwas Teig in der Schüssel kleben bleibt, einfach mit einem Teigschaber oder einer Teigkarte herauskratzen und zum restlichen Teig geben.

Mit der Teigkarte den Teig auf allen vier Seiten nach innen Falten, wie einen Briefumschlag. Den gefalteten Teig gut bemehlen und mit einem Küchentuch abdecken. Der Teig muss jetzt nochmal gute 15 Minuten ruhen, bevor er weiterverarbeitet werden kann.

In der Zwischenzeit ein Garkörbchen oder ein Schüssel mit Küchentuch, sehr gut bemehlen.

11:45 Uhr
Den Brotteig mit der Teigkarte etwas anheben und mit der zusammengefalteten Seite nach Unten in die Schüssel oder das Garkörbchen legen. Wieder mit der Duschhaube abdecke und für 2 weitere Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.
13:15 Uhr
Nach guten 1,5 Stunden den Gusseisentopf mit Deckel bei 250°C Ober-und Unterhitze auf mittlerer Schiene für 30 Minuten vorheizen. Bitte darauf achten, dass keine Plastikteile am Topf sind und der Topf für den Ofen und so hohe Temperaturen geeignet ist!

13:45 Uhr
Der Topf ist jetzt heiß genug und kann aus dem Ofen geholt werden, Deckel runter nehmen und den Brotteig, direkt aus der Schüssel in den Gusseisentopf gleiten lassen. Darauf achten, dass die gefaltete Seite jetzt wieder oben ist! Anschließend den Deckel auf den Topf setzen und zurück in den Ofen stellen. Das Brot wird jetzt erst einmal für 30 Minuten gebacken.
14:15 Uhr
Nun kann man entscheiden, ob man das Brot weiter mit Deckel backen will oder den Deckel weg lässt. Das könnt Ihr ganz nach Belieben und der Bräune des Brotes entscheiden. Ich habe den Deckel drauf gelassen und das Brot weitere 15-20 Minuten gebacken.

14:30 Uhr
Der Wecker klingelt! Das Brot fertig! Den Topf aus dem Ofen holen, kurz auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und dann das Brot aus dem Topf kippen. Es sollte sich ganz ohne Mühe aus dem Topf holen lassen und nicht festgebacken sein! Das Brot zum vollständigen auskühlen auf das Kuchengitter setzen.

17:00 Uhr
Brotzeit! Das No Knead Bread kann angeschnitten und sofort aufgefuttert werden! Schaut Euch nur mal die wunderbar luftige Krume und die knusprige Kruste an! Das Brot ist einfach perfekt geworden und ich bin sowas von stolz, dass es dieses Mal mit dem Brot backen so super geklappt hat!
Falls Ihr das No Knead Bread mal ausprobiert, dann erzählt mir doch, wie es geworden ist und es Euch geschmeckt hat!

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Kommentare:

  • 3. November 2015

    Das Brot sieht echt lecker aus! Ich bin generell schlecht im backen, werde mich aber demnächst an ein Rezept versuchen. Bin gespannt ob es klappen wird. 😀

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  • 3. November 2015

    Ohja, Brot backen kann einen an den Rande des Wahnsinns treiben. Umso schöner zu lesen, dass du uns den gefundenen Tipp auch verrätst. 🙂

    -xx, Carina
    http://www.redsunbluesky.blogspot.de

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  • 3. November 2015

    ja, ich bin auch über jeden Tipp dankbar 🙂

    reply...
  • 3. November 2015

    ja, probier es mal und sag mir Bescheid, wie es geworden ist!

    reply...
  • 3. November 2015

    An Brot backen habe ich mich noch nie rangedraut, aber oh mein Gott, sieht das gut aus! Wirklich wie vom Bäcker, das werde ich demnächst auch einmal testen!

    Liebe Grüße, Carina

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  • 4. November 2015

    Ich hab noch nie Brot gebacken, aber DAS muss ich testen. Mal schaun ob ich von meiner Mama/Oma so einen Topf auftreibe zum testen.
    Danke für die tolle Beschreibung!!!

    Wie sieht es kalorienmäßig aus? Wie ganz normales Brot?

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  • 4. November 2015

    Notfalls kannst du auch eine Kasten-oder Auflaufform nehmen, habe gelesen, dass das auch klappen soll.
    Ja, ganz normales Brot, ist ja nichts anderes drin, wie beim Bäcker 🙂

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  • 4. November 2015

    Es war auch echt super lecker!

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  • 4. November 2015

    Dann teste ich das mit der Auflaufform – danke 🙂

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  • 6. November 2015

    schaut gut aus 🙂

    liebste grüße, moni
    https://monis-paradise.blogspot.de/

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  • 6. November 2015

    Das mit der Auflaufform klingt klug … hab ich natürlich auch schonmal gemacht, aber wär ich jetzt (mal wieder) nicht drauf gekommen 😀

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  • 15. August 2016

    Hallo, seitdem ich bei Instagram das no-knead-bread Rezept gefunden habe backe ich mein Brot auch selber. Allerdings benutze ich eine Glasform mit Deckel. Wenn sie ein bisschen gefettete wird und danach noch gemehlt wird bekommt man das fertige Brot auch gut aus der Form. Ich lasse es nur 12 bis 15 Stunden gehen und gebe es dann direkt in die Backform. Es ist wirklich mega einfach und man kann sooooo viel variieren…tolles Rezept! !

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